SLAP-Läsion

Die Arthro-MRT-Aufnahme (Kontrastmittel-MRT) zeigt eine Verletzung des Bizepssehnen-ankers (SLAP-Läsion).

Bei einer SLAP-Läsion (SLAP ist die Abkürzung für superiores Labrum von anterior nach posterior) handelt es sich um eine Verletzung (Läsion) des oberen (superioren) Labrum-Bizepsanker-Komplexes, also der Knorpellippe (Labrum) am oberen Rand der Schulterblattgelenkpfanne (Cavitas glenoidalis, auch kurz Glenoid), wo die lange Bizepssehne ansetzt.

 

Durch einen plötzlichen und unerwarteten Zug oder Druck auf die bereits vorgespannte Bizepssehne kann eine SLAP-Läsion hervorgerufen werden. Eine weitere Ursache der SLAP-Läsion kann eine mikrotraumatisch ausgelöste Verletzung sein, die insbesondere Werfer betrifft, bzw. Sportarten mit ähnlichen Bewegungen (Speerwurf, Tennis). Beim Wurfakt treten deutliche Zug- und Torsionskräfte am Bizepssehnenansatz auf, die zur Ablösung des oberen Labrum-Bizepsanker-Komplexes führen können.

 

Eine Darstellung mit einem MRT (Magnetresonanztomographie /Kernspintomographie) ist schwierig. Bessere Ergebnisse bringt eine MRT-Untersuchung nach Kontrastmitteleinspritzung in das betroffene Gelenk (Arthro-MRT). Als MRT-Kontrastmittel im Schultergelenk dient dann Gadolinium oder eine Kochsalzlösung. Nach Injektion wird die Nadel entfernt und die eigentliche Untersuchung im MRT durchgeführt. Eine sichere Diagnose kann jedoch oft nur durch eine Arthroskopie gewonnen werden.

 

Bei frischen Verletzungen (<6 Wochen) kann die abgerissene Gelenklippe minimal-invasiv arthroskopisch mit kleinen Knochenankern an seiner normalen anatomischen Stelle an der Gelenkpfanne befestigt werden und kann so wieder einwachsen.

Ist die Verletzung aber länger her oder handelt es sich um chronische SLAP-Läsion, ist eine Refixation nicht mehr sinnhaft, da die Gelenkslippe oft nicht mehr anheilt und daher die Beschwerden bleiben. In diesen Fällen ist eine Tenodese der langen Bizepssehen sinnhaft, es wird dabei die lange Bizepssehne im Sulcus der Sehne mit einem Anker refixiert.

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