Klavikula-Fraktur

Stabilisierung einer Clavicula-Fraktur im mittleren Drittel mittels Clavicula-Pin.

Die Klavikulafraktur − eingedeutscht von lat. fractura claviculae (Fraktur des Schlüsselbeines, Schlüsselbeinbruch) − ist nach dem Bruch der Speiche der zweithäufigste Knochenbruch des Erwachsenen. Sie entsteht bei einem Sturz auf die Schulter, bei direkter oft nur geringer Gewalteinwirkung auf das Schlüsselbein oder – aber weitaus seltener als man früher dachte – bei einem Sturz auf den ausgestreckten Arm. Seltene Komplikationen sind Gefäß- oder Nervenverletzungen.

 

Am häufigsten tritt diese Form des Knochenbruchs bei der Ausübung von körperkontaktbetonten Sportarten wie American Football oder Handball auf, zusätzlich bei Sportarten wie Ski-, Snowboardfahren, Radfahren und Reiten. Beim Motorradfahren kann bei einem Sturz das Schlüsselbein vom unteren Helmrand gebrochen werden.

 

Die Klavikulafrakturen und ihre Häufigkeiten: Schaftbrüche im mittleren Teil, ca. 80 %, acromial bzw. lateral, am schulternahen Ende, ca. 15 %, sternal, medial, am brustbeinnahen Ende, ca. 5 %.

 

Bei der konservativen Therapie wird für vier bis sechs Wochen (bei Kindern drei bis vier Wochen) einen Rucksackverband (Claviculabandage) angelegt, welcher zur Entlastung der Bruchenden die Schultern nach hinten zieht, eine gerade Rückenhaltung erzwingt, und damit ein verkürztes Zusammenwachsen des Schlüsselbeins verhindern soll.

 

Eine Operation ist bei Verkürzung im Bereich des Bruches notwendig, oder  wenn die Gefahr besteht, dass die Bruchstücke nicht gut zusammenwachsen würden und/oder wenn die Bruchstücke verschoben sind, oder wenn die scharfkantigen Bruchstücke die Haut durchspießen. Außerdem ist sie angezeigt bei Gefäß- oder Nervenverletzungen.

 

Als eine neuere Operationsmethode der Klavikulafraktur wird seit zirka 2003 die Prévot-Nagelung – ESIN (englisch: elastic-stable intramedullary nailing), auch TEN (englisch: titanic elastic nail) bei Frakturen vor allem im mittleren Teil der Klavikula durchgeführt. Über einen kleinen Hautschnitt wird dieser kleine elastische Nagel aus Titan entweder von dem Brustbein oder dem Schultereckgelenk aus in den Knochen eingebracht und nach Einrichten des Bruches innerhalb des Schlüsselbeins vorgeschoben. Durch seine Größe (ca. 2 bis 3,5 mm dick) und Elastizität passt er sich der Form des Knochens an und verklemmt sich dadurch. Diese Operationsmethode sollte innerhalb der ersten zwei Wochen nach dem Bruch eingesetzt werden, da danach die knöchernen Anlagerungen an den Bruchenden zu weit fortgeschritten sind und eine offene Einrichtung nötig ist. Der Vorteil dieser Methode gegenüber einer Plattenfixation sind kleinere Hautschnitte, ein schnellerer Schmerzrückgang und eine Entfernung des Nagels nach etwa drei Monaten in örtlicher Betäubung.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Boldin & Pichler Sporttraumatologie OG

Anrufen

E-Mail

Anfahrt