Plica mediopatellaris

Arthroskopiebild: blauer Pfeil: Plica, roter Pfeil: Knorpelschaden durch die Plica.

Die Plica mediopatellaris (medial shelf) ist eine Falte der inneren Gelenkhaut (Synovia) im Kniegelenk, die in das Innere des Kniegelenks hineinragt. Sie spannt sich in der Regel im inneren Kniegelenkskompartiment von der Innenseite in Richtung Mitte des Kniegelenkes auf und wirkt aufgrund ihrer Lage wie eine Bogensehne. Durch das ständige Gleiten der bogensehnenartigen Plica über den empfindlichen und nur schwer reparablen Gelenkknorpel der inneren Oberschenkelrolle kann es zu einem allmählichen Knorpelschaden kommen. Die Plica mediopatellaris und weitere Plicae im Knie stammen aus der frühen Kindheitsentwicklung. Oft bilden sich die Plicae im Laufe des Heranwachsens zurück.

 

Plicae verursachen nur selten akute Probleme. Vielmehr kommt es zu einer allmählichen Reizsymptomatik durch den oben beschriebenen chronischen Abschermechanismus vom Gelenkknorpel. Bei der Untersuchung lässt sich am gestreckten Knie gelegentlich die Plicafalte über der inneren Oberschenkelrolle tasten. Beim Durchbewegen des Knies lässt sich ein Schnapp-Phänomen an dieser Stelle auslösen. Mit der Magnetresonanztomographie lässt sich eine Plica nicht immer sicher darstellen.

Arthroskopiebild nach Entfernung der Plica.

 

Konservative Therapiemaßnahmen wie Kniegelenksinjektionen oder Antirheumatika können lediglich den Reizzustand reduzieren, ändern aber nichts am weiteren Vorhandensein der bogensehnenartigen Schleimhautfalte. Deshalb sollte bei entsprechenden Symptomen frühzeitig an die Kniegelenksspiegelung (Arthroskopie) gedacht werden, da durch eine Plica auch Knorpelschäden entstehen können (siehe Bild).

(c) Boldin & Pichler Sporttraumatologie

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