Achillessehnen-Riss

Intraoperatives Bild von einer Krakow-Naht.

Die Achillessehnenruptur bezeichnet den gedeckten Riss der Achillessehne. Sie tritt bei plötzlicher Anspannung der Wadenmuskulatur im Rahmen sportlicher oder sonstiger körperlicher Aktivitäten auf. Meist befinden sich die Patienten im 4. und 5. Lebensjahrzehnt. Eine Ruptur kann chirurgisch oder mit einem festen Verband auch konservativ behandelt werden.

 

Beim Achillessehnenriss handelt es sich in der Regel um eine plötzlich auftretende Ruptur der Achillessehne. Nur selten tritt der Achillessehnenriss mit Vorankündigung, beispielsweise durch Achillessehnenschmerzen oder Reizungen auf. Häufig sind sportlich sehr aktive Menschen von einem Achillessehnenriss betroffen. Bei Sportarten, die sich durch schnelle Richtungsänderungen auszeichnen (Stop and Go – Sportarten), wie beispielsweise Fußball oder Handball, und so hohe Belastungen für die Achillessehne darstellen, besteht das höchste Risiko für eine Achillessehnenruptur. Etwa 89 Prozent aller Achillessehnenrupturen können diesen indirekten Traumata zugeordnet werden. Es zeigt sich eine Häufung bei sportlich aktiven Männern im Alter von 30 bis 50 Jahren. Eine seltene andere Ursache einer spontanen Achillessehnenruptur ist die Einnahme eines Antibiotikums aus der Gruppe der Gyrasehemmer, wie beispielsweise Levofloxacin. Ältere Personen und Patienten, die Corticosteroide oder andere Immunsuppressiva einnehmen, sind stärker gefährdet.

 

Ultraschallbild einer intakten Achillessehne.

Klinisch findet sich bei ganz frischen Rupturen meist eine tastbare Lücke, am häufigsten wenige Zentimeter oberhalb des Ansatzes am Fersenbein. Bei der kompletten Ruptur ist derThompson-Test positiv: Der Patient liegt auf dem Bauch, die Füße hängen über die Kante der Untersuchungsliege. Wird nun der Wadenmuskel von beiden Seiten zusammengedrückt, so kommt es normalerweise zur Plantarflexion des Fußes, nicht aber bei einer Achillessehnenruptur. Im Ultraschall kann die Ruptur nachgewiesen werden. Anhand des Untersuchungsbefundes kann mit der Distanz zwischen den beiden Sehnenenden eine Entscheidung zum Therapieverfahren getroffen werden: Nur geringe Distanz erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit einer funktionell-konservativen Behandlung. Bei großer Distanz sind operative Verfahren zu bevorzugen.

 

Bei der konservativen Therapie wird der Fuß durch einen Walker oder Gips in Spitzfußstellung für zirka 6-8 Wochen ruhiggestellt, die Spitzfußstellung wird schrittweise reduziert.

 

Bei der operativen Therapie werden die gerissenen und auseinandergewichenen Sehnenenden freigelegt und z.B. durch eine Krakownaht vernäht. Eine Ruhigstellung sollte ebenfalls für zirka 6 Wochen erfolgen.

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